STORYTELLING

 

FIGUREN SCHREIBEN
Man kann beim Storytelling zwei Startpositionen annehmen: Entweder eine Situation (Verkehrsunfall, Party, Kaufhaus etc.), an der mehrere unterschiedliche Charaktere beteiligt sind. Der Fokus geht dann in die Situation hinein.
Oder man ist ganz nah an einer einzelnen Figur, betrachtet diese, und mit dem allmählichen Herauszoomen ergibt sich immer mehr Story: Die Figur in ihrem Zimmer, im Haus, dann erst zusammen mit anderen, draußen, auf dem Weg zur Arbeit usw.
Der Vorteil der zweiten Ausgangsposition ist, dass man weniger im Vorhinein organisieren muss, weshalb Workshopteilnehmenden leichter fällt, einen längeren Text „dicht“ zu erzählen.
Wir versuchen, eine auf Details bauende Charakterdarstellung von der zweidimensionalen äußeren Beschreibung einer Figur zu trennen und unser zunächst eingeschränktes Personal durch gezielte Einzel-Prompts handlungsfähig zu machen. Das führt zu überraschenden Studien, in denen sich Kurztexte zu einem größeren Ganzen verbinden.

DIE PARTY
Stellen wir uns einfach einmal eine Party vor. Die Bude ist voll, Smalltalk an jeder Ecke. Wenn wir die Partygäste nicht einfach der Reihe nach aufzählen wollen, brauchen wir andere Hilfsmittel, um (literarisch) mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Hier eignet sich ein Charakterbogen gut wie er aus Pen & Paper Rollenspielen bekannt ist. Leicht abgeändert kann man darauf notiren, wie hoch die eigene Fähigkeit ist, Menschen einzuschätzen, wer auf der Party Fingerfertigkeit beweist (beim Flaschen öffnen?), wer Ü30 ist, aber noch mit Legos spielt etc.

 

Dies sind nur zwei Beispiele wie ein Storytelling-Workshop grundiert sein kann. Im Zusammenspiel der Teilnehmenden ergeben sich unerwartet spannende (Figuren-)Begegnungen. Das Schreiben an sich geht Schritt für Schritt, ohne auf der Stelle zu treten. Handlung entsteht.